Reisebericht Juni 2009

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Reisebericht Juni 2009

Beitrag  Lisa2104 am So 17 Okt 2010, 21:08

Donnerstag, 28.5.09

Nach der Arbeit fahre ich los und hole den Wagen aus Hameln. Mit drei Hunden im Gepäck und viel Vorfreude bin ich unterwegs. Nach 3 Std. steht das Auto dann auf dem Parkplatz vor der Tür. Die ersten Spenden landen im Auto und ich falle todmüde ins Bett.

Freitag, 29.05.09

Es ist soweit! Der Tag X ist da! Schnell noch bis 15 Uhr arbeiten, alle Köfferchen packen, auch die für die Hundis, da alle drei ins “Feriencamp” ziehen dürfen und letzte Spenden ins Auto werfen.

Um 17.30 Uhr steht Lisa dann vor der Tür. Auch hier müssen wir erst einmal wieder aus- und einladen, denn der Opel Omega war voller Futter!

Kurze Pause, ein Kaltgetränk später, los geht es! Es ist 18.30 Uhr. In Ladbergen geben wir Orlando ab. Er darf mit zu Iris nach Sebnitz zum HPIN Treff fahren. Michaela und ihr Mann nehmen ihn mit.

In Münster steigen dann Frida und Flocke aus. Sabine und Christoph sind so lieb und bespaßen meine Mädels bis Montag.

FERTIG!!!

Wir kommen gut bis nach Trier und über die Grenze. Alles läuft ordentlich, bis Lisa kurz hinter Nancy auf der A31 plötzlich aufschreit. Der Wagen schlägt vorne rechts! Ein Plattfuß....

Es ist kurz vor ein Uhr in der Nacht. Die Autobahn ist ziemlich leer. Wir sind sprachlos und geschockt. Den Reifen selber wechseln können wir nicht. Wir bekommen Hilfe von der Autobahnmeisterei. Der gute Mann hat den Notruf über 112 erhalten und ruft den Pannendienst. Dieser kommt gegen 3 Uhr. In der Zwischenzeit liegen wir am Rand, gucken in die Sterne .... und erhalten unsere gute Laune.

Eigentlich hoffen wir, dass der Abschleppmann uns den Reifen auf der Bahn umstecken kann. Geht aber nicht. Er schleppt uns in die Werkstatt. Wir finden uns damit ab im Auto zu schlafen, versuchen dem Abschleppmann dies zu erklären, weil er uns fragt, ob er uns ins Hotel fahren soll. Als er versteht, dass wir dies nicht wollen, schließt er uns einen Raum auf, in dem ein Schlafsofa steht! Inklusive Toilette und Waschgelegenheit! WOW! Um 4 Uhr in der Früh ist der Herr sogar noch so nett und bietet uns Kaffee oder Schokolade an....

Wir fallen in einen kurzen und unruhigen Schlaf. Um 7.30 Uhr stehen wir auf und fragen den Werkstatt-HiWi, wie es weitergehen soll. Zwei neue Reifen sind nicht aufzutreiben, daher sollen wir also auf den Chef warten, der uns dann versichert, dass wir mit dem Ersatzrad (nur eine andere Marke, aber die richtige Größe) heile hin und auch wieder zurück fahren können.

Gesagt, getan. Um 9.15 Uhr geht die Fahrt weiter. Wir wollten um diese Zeit eigentlich schon in Barcelona unter der Dusche stehen. Leider haben wir noch knapp 1000 km vor uns.


Samstag, 30.05.09

Auf den französischen Autobahnen ist viel los. Daher erreichen wir unser Ziel in Barcelona erst um 19.30 Uhr. Wir stellen unser Gepäck ins Zimmer und fahren mit Antje in die Hundepension in Castelldelfels, um unsere Schützlinge zu besuchen und Fotos zu machen.

Die Hundepension wird überwiegend von Jägern benutzt, die ihre Hunde dort “parken”. Wer ein guter Jäger ist, der kommt täglich um seinen Hund zu besuchen. Andere schauen nur einmal die Woche, ob das “Tier” noch da ist. Reiche Menschen aus der Stadt halten sich allerdings auch Hunde in der Pension. Für 16 Eur am Tag hat das Tier ein Dach über dem Kopf.

Am Rande der Anlage gibt es sogar eine kleine Bar. Dort können die Herren den Jagd- oder Stierkampf-Sender im Fernsehen schauen oder Karten spielen und trinken. Nebenan sitzen die Hunde in den Zwingern und warten auf ein wenig Freiheit und Zuwendung. Wir kommen uns völlig fehl am Platz vor.

Antje Perlwitz von Tiere in Spanien hat in der Pension einen Zwingertrakt angemietet, und rechnet jeden Monat dafür mit dem Betreiber der Pension ab. Auch unsere Schützlinge sitzen dort in den 2,5 x 2,5 m großen Zwingern und warten auf das Glück. Manchmal monatelang, ohne nur einmal richtig vor die Tür zu kommen. Uns wird bewußt, was es heißt, jeden Tag einfach wieder die Türen zu schließen. Einfach weitergehen….

In der Anlage herrscht ein Höllenlärm. Immer, wenn man einen Hunde rausholt, kläffen 100 andere Nasen; alle in der Hoffnung auch mal eine Nase ins Gras stecken zu dürfen.

Einen nach dem anderen nehmen wir raus. Unsere Stimmung wird immer gedrückter. Es sind so viele. Alle sind so freundlich und würden so gerne rennen und toben. Jedesmal, wenn man die Hunde wieder in den Zwinger sperrt, kommt man sich wie ein Schwein vor. 5 min Liebe und dann weiter….es ist keine Zeit....um 22 Uhr schließt die Tür der “Pension”.

Einige der Setterchen gehen uns besonders nahe. Man kann sagen, dass es viele Hunde gibt, die mit der Situation reltiv gut zurecht kommen. Andere, wie zum Beispiel Edward und Zanna, tun dies leider nicht.

Edward wirkt stark deprimiert. Er schaut nicht immer, wer vor seiner Tür entlang läuft. Seine Ohren tun ihm weh. Als wir die kleine Mitbewohnerin anschauen, nutzt er die Zeit und stürzt sich auf das Futter in der Box. Scheinbar läßt er sich von der Aussie Hündin immer abdrängen.

Die vielen kleinen Bretonen haben gute Laune. Sie zaubern uns wieder ein Lächeln ins Gesicht. Guess, der ältere Setter-Herr, sieht schon viel besser aus als auf den ersten Bildern.
Auch Trudy macht einen guten Eindruck. Allerdings ist sie völlig versteinert, wenn man sie anfaßt.

Die kleine Polly ist ein lustiges Huhn. Sie wäre ein perfekter Familienhund, ebenso Lori und Hubert. Talvi versteckt sich hinter der Mauer. Sie merkt, dass etwas im Gang ist. Wir lassen ihr die Ruhe.

Die beiden Jungs Bobbi und Beamer sind super nett und anhänglich. Beamer ist ein kleiner Schisser, dabei aber sehr zutraulich und freundlich. Er kann uns einfach nicht einschätzen. Ich denke, er würde sich überall schnell zurecht finden.

Nachdem wir die Tränen runtergeschluckt und einige Fotos gemacht haben, fahren wir in die Stadt um zu essen. Nach einer endloen Parkplatzsuche sitzen wir endlich todmüde bei einem Italiener und essen eine Pizza.

Gegen 1 Uhr fallen wir ins Bett (wobei die Dusche vorher das absolute Highlight des Tages wird!).


Sonntag, 31.05.09

Aufstehen um 09:30 Uhr.....

Um 13 Uhr ist der Treff mit Antje geplant. Die uns verbleibenen 2 Stunden verbringen wir zum Teil am Strand von Castelldelfels und auf dem Lidl-Parkplatz. Das Ausparken wird zur Show….

Mit Antje geht es dann nach Garraf aufs “Land”. Dort sind einige Gehege aufgebaut, in denen die reisefertigen Hunde untergebracht sind.

Auch hier können wir einige Bilder schießen und Setterohren kraulen. Derweil laden die anderen das Auto vor dem Futterhaus aus. Die Spenden füllen die leeren Regale, vielen Dank an alle Spender!

Wir gucken uns Gulliver und Ferrow an. Die beiden sind total nett, vor allem Gulliver muss endlich raus aus dem Gehege! Er wartet seit über einem Jahr!!

Belo ist auch ein ganz netter; nebenan kläffen die Laborbeagle um die Wette. Maus und ihre Mutter können wir nur mit Abstand betrachten. Die beiden sind leider noch Staupe-Positiv und dürfen nicht angefaßt werden. Hoffentlich sind die PCR-Tests bald negativ. Maus wächst völlig isoliert auf.

Um 17.00 Uhr fangen wir an zu laden. Das heißt, die ersten Hunde werden gesammelt und in die Boxen geschickt. Honey, Ciega, Lur, Dimitri……Wir fahren weiter in die Hundepension, wo die meisten unserer Hunde auf uns warten. Nachdem noch 1 Cocker für einen anderen Verein gebracht und unsere Liste somit komplett wird, kann es losgehen.

Pünktlich um 19 Uhr treten wir die Heimreise an.

Die Fahrt verläuft sehr ruhig; alle Hunde sind brav und leise. Die Bahnen sind leer.


Montag, 01.06.09

Früh morgens sind wir am ersten Stopp. Unsere lieben Helfer warten schon auf uns und alle Hunde dürfen sich endlich erleichtern und sich die Beine vertreten.

Nach einer Stunde Rast geht es weiter. Nacheinander werden alle Hunde übergeben und fahren in die neue schöne Welt.

Gegen 15.00 Uhr sind wir dann bei mir Zuhause. Lisa und ich fallen in uns zusammen. Essen, duschen, schlafen. Mehr geht nicht mehr. Wobei Lisa noch 2 Stunden nach Hamburg fahren muss…

Dienstag, 02.06.2009

Auto säubern, Boxen schrubben, Reifen kaufen, Auto wegbringen. Mein Tag ist nicht wirklich erholsam.


Fazit:

Die Tage sind an Lisa und mir wie ein Film vorbei gezogen. Wir sind uns einig, dass wir die Tour noch einmal machen. Vielleicht im August?

Die zurück gelassenen Hunde sind derzeit alles, woran wir denken können. Zanna, Edward und Guess müssen schleunigst eine Pflegestelle finden.

Voran mit Elan….
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Re: Reisebericht Juni 2009

Beitrag  Lisa2104 am So 17 Okt 2010, 21:10

So, hier seht ihr Fotos von dem schönen Haufen Spenden in meinem Wohnzimmer:
(leider sind die Fotos nicht besonders gut...blöde, wenn man gegen das Licht vom Fenster fotografiert...)




So sah mein Schlafzimmer die letzten vier Wochen aus:


Und so die andere Seite irgendwann:


Und so sieht der Kombi jetzt aus:



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