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Post von * Carlos *

Beitrag  morgana72 am So 17 Okt 2010, 10:32

Liebe auf den ersten Blick!

Mein Name ist Carlos alias Lupe und ich komme aus einer Auffangstation in Barcelona. Dort hatte ich eine zeitlang „gesessen“, bis die Tierhilfe „Hundepfoten in Not“ in der Rheinpfalz, so im August rum, eine Anzeige schaltete und für mich eine Pflegefamilie in Deutschland gesucht hat. Darauf hin hat sich eine Frau gemeldet und sich bereit erklärt, mich bis zur Weitervermittlung aufzunehmen.

Oh, habe ich mich gefreut und von Stund’ an war ich total aufgeregt und dann hat sich alles noch so lange hingezogen, weil es bei der Pflegefamilie noch nicht so ganz geklappt hat und die auch noch einen Zaun extra für mich haben machen lassen. Die wussten halt nicht, dass ich eh von dort niemals mehr abhauen würde!!!

Tja, und dann war es soweit, ich durfte auf große Fahrt und endlich mein Heimleben hinter mir lassen, obwohl die Zukunft ja auch noch sehr ungewiss war. Es ging am 03. Oktober 2009 los und abends war ich dann in Deutschland. Allerdings konnte mich meine neue Familie nicht gleich abholen, weil die erst aus dem Urlaub gekommen sind, so dass ich noch eine Nacht bei einer Superfamilie mit zwei Artgenossen übernachten musste. Herrje, die waren total nett, obwohl die mich gleich gebadet haben! Na ja, das musste wohl sein, denn die haben ständig was von „stinken“ und „dreckig“ gesagt. Ich denke mal, die meinten mich, obwohl mir das gar nicht so aufgefallen ist. Aber ich war ja schließlich 20 Stunden in meiner Box unterwegs, da geht es halt auch nicht grad sehr reinlich und hygienisch zu.

Am nächsten Morgen, am Sonntag, den 04. Oktober 2009 war es dann soweit. Meine Pflegemama Petra und ihre Freundin Elisa haben mich abgeholt. Es war Liebe auf den ersten Blick! Ich habe noch ein bisschen mit den Hunden gespielt und dann ging es „heim“ nach Kirrweiler in der Pfalz. Auf der Heimfahrt musste ich wieder in die Box und da habe ich ganz dolle geweint und es hat geholfen! Meine Mama hat sich dann zu mir auf den Rücksitz gesetzt und mich getröstet und gestreichelt. Oh, tat das gut! Und dann war es soweit…….wir sind zuhause angekommen. Oh, Mann ist das eine große Familie. Zuerst mal Oma Trudi und Opa Karli, voll tolle Oldies. Bei dem Opa habe ich mich gleich mal eingeschleimt, der wollte nämlich nicht, dass sich meine Mama wieder einen Hund holt, habe ich jedenfalls so gehört!
Tja, dann gibt es noch den Herrn des Hauses Johannes, auch Jojo genannt, den Fabian, ein total super Typ, zwar manchmal etwas rüpelhaft und die Caro, die Oberhundeschmuserin und dann noch die Ronja. Ich kann euch sagen, die ist der Hit. Ronja ist eine Westidame und somit meine Schwester, aber vom Alter her eher meine Oma, denn sie ist schon 13 Jahre. Allerdings hat die mich gleich in die Nase gezwickt, damit ich weiß wo es lang geht. Trotzdem bin ich total froh, dass die da ist. Die lehrt mich noch so einiges, vor allen Dingen „Respekt“. Nur ist es blöd, dass die immer zuerst Fressen und Guterle bekommt und auch alleine vors Haus darf oder sogar ohne Leine gehen. Mist! Na ja, wenn ich ganz brav bin, darf ich das vielleicht auch mal.

Sonntag und Montag waren für mich dann nicht so angenehm, denn es hieß in erster Linie Körperpflege und Hundedoktor. Mama hat mich mit mühevoller Hingabe von ca. 60 Zecken befreit, meine diversen Verletzungen versorgt und mich vom mobilen Doktor untersuchen lassen. Und siehe da, danach habe ich mich gleich viel besser gefühlt und gerochen und es hat nimmer überall gezwickt und gejuckt. Oh, wenn das alle meine vierbeinigen Freunde in Spanien wüssten! Ich muss so oft an die denken und dann werde ich immer sooooooo traurig. Aber vielleicht haben die auch mal so viel Glück wie ich, eigentlich ist es wie ein Sechser im Hundelotto, was mir widerfahren ist.

Dienstag hat die Mama dann angefangen, ein Zimmer auszuräumen, hat eine große Kinderdecke reingelegt und der Ronja ihr Körbchen reingestellt. Eigentlich durfte die immer im Schlafzimmer schlafen, aber jetzt wurde die ausquartiert. Ooooh, habe ich mir gedacht, jetzt darf ich mit ins Schlafzimmer und habe mir das schon so schön ausgemalt, wenn ich neben Mama ihrem Bett auf dem Teppich liege und sie mich so krault wie in der ersten Nacht im Gästezimmer. Aber plötzlich holt sie so ein komisches großes, blaues Ding und der Opa muss da rein blasen und dann wird das dann auch noch immer größer und größer. Als Opa Karli dann einen total roten Kopf hat, legt er das Ding auf den Boden und sie rufen nach mir. Oje, was ist denn jetzt los? Hee, und Ihr werdet es nicht glauben, es ist ein Hundebett mit Luft drinnen. Ich schmeiße mich gleich rein und schwebe im 7. Himmel, das hätte ich mir in meinen kühnsten Hundeträumen nicht vorgestellt. Das sind sogar zwei Sechser im Hundelotto. Das Bett ist noch von ihrem Hund Cherie, der im letzten Jahr gestorben ist, das hat sie mir dann später erzählt und auch noch ein bisschen geweint. Da habe ich mich dann ganz fest an sie gedrückt und getröstet. Und von Stund an schlafe ich mit meiner Schwester in unserem Hundizimmer. (Das könnt ihr auch auf dem einen Bild sehen, das kleine, dicke rechts ist Ronja, wollte nicht mit auf’s Foto) Und Ihr werdet es nicht glauben, immer wenn Mama sagt: „Carlos schlafen“ trolle ich mich mit Ronja in unser Zimmer und Mama ist total stolz. Die bildet sich ja ein, das wäre ihre gute Erziehung, nöö, das ist wegen dem supergeilen Bett! Aber das verrate ich ihr natürlich nicht.

In den nächsten Tagen lernte ich noch eine ganze Menge Leute kennen, Nachbarn, Freunde und auch noch Familienmitglieder. Die sind alle total freundlich zu mir. Aber am allerbesten gefällt es mir, wenn wir Mamas beste Freundin Elisa besuchen. Die kenne ich ja schon vom Abholen her. Dann sind wir vier Hunde und haben eine Menge Spaß miteinander, während sich Mama mit Tante Elisa einen gemütlichen Abend macht mit unentwegt Quatschen, viel Essen und auch noch Sekt trinken! Und dann schlafen wir alle zusammen in einem Zimmer. Oh, das macht einen Heidenspaß! Obwohl mich die beiden Hundemädels Ronja und Ninja ständig anzicken, wenn ich ihnen zu Nahe komme. Mädels halt! Und wenn ich dann mit dem Sammy spielen will, sind die Girls auch wieder sauer. Man kann es denen einfach nicht recht machen, schrecklich.

Die ganze Zeit über merke ich, wie die Mama immer so leise mit dem Paps spricht und telefoniert und von Hundeversicherung und Steuer spricht. Ja, ihr ratet richtig, die behalten mich!!!!!!!! Nach 14 Tagen hat sie den Übernahmevertrag unterschrieben und hat mir gestanden, dass es für sie gleich feststand, also war es auch bei ihr Liebe auf den ersten Blick.

Ja und jetzt gehe ich Samstags immer in die Hundeschule, mittags machen wir meistens lange Spaziergänge, ich darf viel im Garten mit und ohne Ronja toben und Ball spielen und abends sitzen wir gemütlich im warmen Wohnzimmer, und ich werde stundenlang gekrault.
Mittwochs gehe ich zum Spielen zu Tante Elisa und ab und zu auch zu meiner Oma Trudi und Opa Karli und bei denen gibt es immer Schinkennudeln. Oh, ist das Leben so schön.

Euer Carlos


PS: Ah, noch was: Mama geht davon aus, dass ich in Spanien ausgesetzt wurde und ein Jagdhund war und sie glaubt zu wissen warum die mich nicht mehr wollten…….weil ich den Jäger und das Wild ins Koma gekuschelt habe….hi hi …könnte stimmen!










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